Heilpraktiker und Botox

Heilpraktiker und Botulinumtoxin-Präparate

Heilpraktiker mit einer HP-Erlaubnisurkunde sind Heilberufler. Als solche dürfen sie nicht-verschreibungspflichtige Substanzen wie z.B. Hyaluronsäure unterspritzen oder Fadenlifting mit resorbierbaren Fäden durchführen. Eine entsprechende Aus-/Fortbildung qualifiziert sie hierfür. Diese Risiken können auch innerhalb einer Heilpraktiker Berufshaftpflichtversicherung mitversichert werden.  

„Botox“

bzw. andere Toxine sind ärztlich zu verschreiben bzw. zu rezeptieren, sonst darf ein Apotheker diese nicht abgeben. Heilpraktiker können Botulinumtoxin-Präparate nicht selbst beziehen, denn diese Substanz ist verschreibungspflichtig. Einige wenige Heilpraktiker die gerne „Botox“ unterspritzen möchten – veranlassen durch ihre Patienten bzw. Kunden, sich ein solches Toxin von ihrem Arzt verschreiben zu lassen.

Der Kunde geht dann unter Vorlage eines Rezeptes in die Apotheke und bringt das Botulinumtoxin-Präparat zu seinem Heilpraktiker, der es ihm dann unterspritzt.

Meines Erachtens nach kollidiert diese Umgehung u.a. mit dem § 96 AMG (Arzeimittelgesetz). Dieses setzt nämlich u.v.a. unter Strafe, wer als nicht-ärztlicher Behandler verschreibungspflichtige Medikamente bzw. Arzneimittel / Wirkstoffe in den Verkehr bringt.

In den Verkehr bringen bedeutet m.E. Arzneimittel / Wirkstoffe am Patienten bzw. Kunden anzuwenden. Somit wäre diese Vorgehensweise durch einen Heilpraktiker zivil- und strafrechtlich relevant. Soll heißen, nicht statthaft uns steht unter Strafe.

Allerdings erschließt sich der § 96 AMG nur einem Juristen. Teilweise gibt es hierzu verschiedene Einschätzungen. Was ist hierzu Ihre Meinung?

Fest steht, dass für Heilpraktiker das spritzen von Botox in der Berufshaftpflichtversicherung ausgeschlossen wird. Auch Versicherungsgesellschaften die kosmetisch/ästhetische Behandlungen wie das Fadenlifting oder das Unterspritzen mit Hyaluronsäure versichern, lehnen aus den genannten Gründen Botox kategorisch ab.    

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Lothar J. Riesterer

Lothar J. Riesterer

Nach seiner Ausbildung bei der Deutschen Krankenversicherung AG, war der Autor mehrere Jahre als KV-Spezialist für Vertriebspartner der DKV AG tätig. Im Anschluss daran war er in unterschiedlichen Positionen innerhalb der Versicherungswirtschaft im Innen- und Außendienst tätig. Weitere Erfahrungen sammelte er 9 Jahre lang als angestellter Unternehmensberater in der Schweiz, und hat von dort für Firmen neutrale Versicherungsgutachten erstellt und komplexe Risk-Management-Beratungen durchgeführt. Später machte er sich mit einer Versicherungsmaklerfirma und als Dozent und Referent selbstständig und hat sich hierbei auf die Zielgruppe der Heilberufe bzw. Gesundheits(fach)berufe spezialisiert.

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